Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Ein Kreis von Menschen mit gelben Ballonen auf dem Marktplatz

Was ist gesellschaftlicher Zusammenhalt?

Wie geht man in einer Gesellschaft miteinander um? Vertraut man den Mitmenschen? Kümmert man sich um das Wohl anderer? Fühlt man sich zugehörig? Diese Fragen und mehr sind Aspekte des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Er ist der unsichtbare „Kitt“, der unsere Gesellschaft als Gemeinschaft zusammenhält. Der Zusammenhalt ist wichtig für eine nachhaltige Entwicklung und für das friedliche Zusammenleben.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt zeigt sich in:

  • sozialen Netzen: Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind stark. Die Menschen haben Vertrauen in ihre Mitmenschen. Die gesellschaftliche Vielfalt gilt als ein positiver Wert.
  • Verbundenheit mit dem Gemeinwesen: Die Menschen vertrauen den Institutionen. Sie empfinden die Umstände als gerecht.
  • Gemeinwohlorientierung: Die Menschen engagieren sich für das Gemeinwohl, nehmen am politischen und gesellschaftlichen Leben teil und halten sich an soziale Regeln – z.B. an Gesetze.

Den Zusammenhalt diskutieren wir heute im Kontext von aktuellen lokalen und globalen Ereignissen: Migration, Individualisierung, Globalisierung, Digitalisierung und Radikalisierung fordern den gesellschaftlichen Zusammenhalt heraus.

Die Bertelsmann-Stiftung hat 2013/2014 mit dem „Radar Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ zum ersten Mal umfassend aufgezeigt, was der gesellschaftliche Zusammenhalt ist bzw. wie es im internationalen Vergleich um ihn steht.

„Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt“ der Bertelsmann Stiftung 
     

Indikatorenbericht "Gesellschaftlicher Zusammenhalt"

Um einen Eindruck über den Zusammenhalt in Basel-Stadt zu erhalten, hat die Kantons- und Stadtentwicklung den Radar der Bertelsmann Stiftung auf den Kanton übertragen und das Statistische Amt beauftragt, einen Bericht mit ausgewählten Indikatoren zum gesellschaftlichen Zusammenhalt zu erstellen.

Indikatorenbericht Gesellschaftlicher Zusammenhalt (PDF, 750 KB)

Der nächste Indikatorenbericht zum gesellschaftlichen Zusammenhalt erscheint voraussichtlich im 2020.
 

Ergebnisse

Die Kennzahlen zeichnen insgesamt ein positives Bild vom gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Ergebnisse sind Ausdruck der hohen Lebensqualität, die wir dank der guten wirtschaftlichen Entwicklung und dem damit einhergehenden Wohlstand haben. Basel-Stadt zeigt sich grundsätzlich als sichere, wohlhabende, sozial engagierte und weltoffene Stadt.

Soziale Netze

Auffallend ist die positive Bewertung von Nachbarschaftsverhältnissen und sozialen Kontakten im Quartier. Rund 90% der Familien und der über 55-jährigen pflegt eine gute Nachbarschaft. Gedanken über das Betriebsklima am Arbeitsplatz machen sich allerdings deutlich mehr Menschen als noch vor vier Jahren. Für rund drei Viertel der Befragten sind die in Basel-Stadt wohnhaften Menschen aus verschiedenen Ländern eine Bereicherung, gleichzeitig gibt knapp die Hälfte an, dass es im Kanton zu viele Menschen aus dem Ausland gibt. Dass man den Mitmenschen grundsätzlich vertraut zeigt sich im hohen Sicherheitsempfinden, das allerdings leicht rückläufig und nachts weniger hoch ist.

Verbundenheit mit dem Gemeinwesen

Über 90% der Bevölkerung fühlen sich in Basel-Stadt wohl. Knapp 70% fühlen sich zudem von den Behörden zumindest eher gut vertreten - deutlich mehr als noch im Jahr 2007. Auffallend ist, dass fast 60% der Befragten die Höhe der Steuern als angemessen empfinden. Dieser Wert war noch nie so hoch. Die eigene wirtschaftliche Lage wird von 90% als zumindest eher gut eingeschätzt. Die Lebensumstände werden demnach grundsätzlich als gerecht empfunden. Einbürgerungen können ein Indiz für die Identifikation mit dem Wohnort sein ein – wenn sie auch zum einem grossen Teil Ausdruck der Einbürgerungspraxis sind. Sie bewegen sich mit rund 1 000 Einbürgerungen pro Jahr seit 2010 auf einem tiefen Niveau.

Gemeinwohlorientierung

Das freiwillige Engagement ist mit 40% relativ hoch. Sowohl Jugendliche als auch Ältere engagieren sich zunehmend. Das politische Interesse wächst und ist höher als die tatsächliche Wahlbeteiligung. Diese ist schweizweit jedoch leicht überdurchschnittlich. Allerdings bildet die politische Teilhabe die Bevölkerungsstruktur nicht ab. Rund ein Drittel der Bevölkerung über 18 Jahren verfügt über kein Stimm- und Wahlrecht. Die Anzeigen wegen Körperverletzung pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner im Alter von 18 und mehr Jahren ist seit 2012 rückläufig.