Forumsveranstaltung

«Das Gundeli steht gut da» – Bilanz nach sechs Jahren «Stadtentwicklung Gundeli Plus»

Die Podiumsdiskussion an der Forumsveranstaltung zur „Stadtentwicklung Gundeli Plus“ nimmt gesammelte Stimmen aus dem Quartier auf.

Am Abend des 1. März 2018 fand auf dem Gundeldinger Feld eine Forumsveranstaltung zur aktuellen Entwicklung des Lebensraums Gundeldingen statt. Zu dieser hatte die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Quartierkoordination Gundeldingen eingeladen. Drei Fragen standen an diesem sehr gut besuchten Anlass in der Eventhalle Blinde Kuh im Mittelpunkt: «Was war? Was bleibt? Was wird noch?».

Das Interesse des Publikums war so gross, dass die Organisatorinnen und Organisatoren deutlich mehr Stuhlreihen als ursprünglich vorgesehen aufstellen mussten. Schliesslich waren rund 260 Personen aus dem Quartier, von privaten Organisationen, dem Gewerbe und der Verwaltung versammelt, als Roland Frank, stellvertretender Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung, den Anlass eröffnete.

Nach der Begrüssung erläuterte Olivier Wyss, Projektkoordinator der Stadtentwicklung Gundeli Plus, in einem Referat, dass der Fokus der Stadtentwicklung auf das Gundeli vor sechs Jahren nicht aufgrund von vergleichsweise grossen Problemen oder Defiziten gestartet worden war. Im Kontext der Veränderungen an den Rändern, etwa der Transformation auf dem Dreispitz, zeigte sich viel mehr ein grosses Potenzial für das integrale Entwicklungsprogramm der Stadtentwicklung Gundeli Plus. Dies auf der Grundlage der vielen bereits laufenden privaten und kantonalen Projekte und mit dem Ziel, über eine ganzheitliche und partnerschaftliche Entwicklung Mehrwerte für ein attraktives und lebenswertes Gundeli zu schaffen. Um diese Ziele zu erreichen, wurden zahlreiche Massnahmen entwickelt und umgesetzt, von denen einige gute integrale Beispiele, wie etwa die Sanierung der Liesbergermatte, präsentiert wurden.

«Der Fokus mit der Massnahme Gundeli Plus wurde gestartet, weil die Voraussetzungen hier unter anderem wegen des grossen Engagements der Quartierbevölkerung und der Potenziale der Arealentwicklungen sehr gut waren.» (Olivier Wyss)

Im Anschluss an die Auftakt-Präsentation würdigte der im Gundeli wohnende Soziologe und Ökonom Isidor Wallimann die Vorzüge des Quartiers, etwa die Nähe zum Bahnhof oder die Naherholungsorte auf dem Bruderholz.

«Mit Blick in die Zukunft wünsche ich mir, dass die Quartierbevölkerung im Rahmen von Pilotprojekten mehr Verantwortung erhält und ihr wie zum Beispiel bei der Cécile Ines Loos-Anlage ein Budget zur Erfüllung gewisser Aufgaben übertragen wird.» (Isidor Wallimann)

Entwicklung im Dialog als wesentlicher Bestandteil der Stadtentwicklung Gundeli Plus war auch das Motto des eigentlichen Forumsteils. Eine Befragung der Quartierbevölkerung von Verena Thürkauf und Marc Uebelmann, die das Team «pulsfuehler.ch» bilden, erbrachte über 100 schriftlich formulierte Gedanken, Wünsche, Verbesserungsvorschläge und kritische Anmerkungen zum Gundeli. An zwei Samstagen standen die  «Pulsfühler» auf dem Tellplatz und sammelten unter dem Titel «Mein Gundeli – gestern, heute, morgen» an einer grossen Rollwand Stimmen aus dem Quartier.

Nach einem kurzen Inputdialog  mit dem «pulsfuehler.ch»-Team zum aufschlussreichen Spektrum der Stimmen und Wünsche aus dem Quartier begann das angeregte Podiums-Gespräch mit fünf Gästen. Unter der Leitung von Roger Ehret diskutierten Barbara Buser (Mitbegründerin Gundeldinger Feld), Gabriele Frank (Leiterin Quartierkoordination Gundeldingen), Beat von Wartburg (Direktor Christoph Merian Stiftung), Martin Sandtner (Leiter Planungsamt BS) und Lukas Ott (Leiter Kantons- und Stadtentwicklung).  

Zitate aus dem Podiums-Gespräch:

Lukas Ott: «Die Wirtschaft wächst und damit auch das Angebot an Arbeitsstellen. Die Menschen wollen nahe an ihren Arbeitsorten leben können. Es ist wichtig, mit dem steigenden Angebot an Arbeitsstellen auch das Angebot an Wohnungen anzupassen. Damit kann etwa dem Druck auf den öffentlichen wie auch den motorisierten Individual-Verkehr und vor allem auch dem Druck auf die Mietzinsen der bestehenden Wohnungen im Quartier entgegen gewirkt werden.»

Martin Sandtner: «Erfolgreiche und bedürfnisoriente Stadtentwicklung bedeutet, dass die Anliegen unterschiedlicher Interessen von Quartier, Politik oder Gewerbe nicht alle zu hundert Prozent erfüllt werden können. Und das ist auch richtig so. Sollte eine Seite allzu sehr zufrieden sein, hat die Verwaltung im Interessensausgleich keinen guten Job gemacht.»

Gabriele Frank: «Die Brücken zwischen Verwaltung, Quartier und weiteren Akteuren sind gestärkt. Die Zusammenarbeit funktioniert gut. Dies soll in Zukunft etwa bei der Entwicklung des Dreispitz eine wichtige Rolle spielen.»

Barbara Buser: «Was Gundeli plus bewirkt hat, ist gut. Die aktiven Gruppierungen wollen ihre Kräfte auf die immer noch offenen Herausforderungen wie etwa den Verkehr oder den Erhalt der Kunsti fokussieren. Das Gundeldinger Feld zeigt, dass sich die Bevölkerung aktiv an den Quartierentwicklungen beteiligt.»

Beat von Wartburg: «Die Nordspitze soll sich mit dem Quartier verbinden und ein Teil von Gundeli-Ost werden. Dabei kann das Quartier von den neuen Grünanlagen profitieren. Die Erfahrungen im Freilager, wo der Verkehr abgenommen hat, zeigen, dass Verdichtung nicht automatisch Mehrverkehr bedeutet.» 

Das angeregte Podium ging dann über in ein kurzes Plenumsgespräch, dem schliesslich der Apéro riche folgte. Einmal mehr erwies sich, dass die persönlichen Gesprächen und solche in kleinen Gruppen nach einem Podium sowie einem Plenum zwar frei sind, aber erstaunlich oft für den Austausch zum Thema der Veranstaltung genutzt werden.

Fazit dieser Forums-Veranstaltung:
Das Gundeli steht gut da. Verbesserungen zum Beispiel für mehr Grün im Quartier zeigen Wirkung. Weitere Verbesserungen und Lösungen zu bleibenden Herausforderungen, zum Beispiel im Verkehr, wird der Stadtteilrichtplan berücksichtigen. Dieser wird aktuell partizipativ erarbeitet. Der Stadtteilrichtplan umfasst die Ergebnisse der letzten Jahre, nimmt neue Erkenntnisse auf und sichert diese als Abschlussprojekt der Stadtentwicklung Gundeli Plus für die nächsten 15 bis 20 Jahre. Die in den letzten Jahren gestärkten Netzwerke, unter anderem zwischen Verwaltung und Quartier, unterstützen die zukünftige Entwicklung.

 

Weitere Informationen

Einladung zur Forumsveranstaltung